Suizidprävention: Reden kann Leben retten

Die Kampagne «Reden kann retten» zeigt neu mit Videoclips, warum es so wichtig ist, über Suizidgedanken zu sprechen. Drei Menschen berichten darin von ihren persönlichen Erfahrungen und machen Mut und Hoffnung. «Reden kann retten» ist eine gemeinsame Kampagne von SBB und Kanton Zürich. Sie wird unterstützt von der Dargebotenen Hand und weiteren Partnern.

 

Stellungnahme der SBB zum Artikel Blick vom 14.9.2017 «SBB entschärfen den Tatort» und zum Artikel vom 15.9.2017 «Ich habe sechs Menschen ins Jenseits befördert»

Auf dem Schienennetz der SBB ereignet sich im Schnitt jeden zweiten Tag ein Suizid, dazu kommen zahlreiche Suizidversuche mit teilweise schwer verletzten Personen. Dies löst nicht nur grosses Leid bei den Angehörigen aus, sondern ist auch für die betroffenen Eisenbahner sehr belastend.

Zur sehr offensiven Berichterstattung der Redaktion Blick hält die SBB fest:

  1. Es ist richtig, dass im Januar 2016 ein Kontakt zu SRF bestand. Die SBB hat den Autoren bereits in einer sehr frühen Phase dazu geraten, dieses Thema nicht aufzugreifen. Für die SBB ist Suizidprävention (z.B. mit der Kampagne www.reden-kann-retten.ch) und äusserste Zurückhaltung zum Thema ein wichtiges Anliegen.
  2. Die SBB hatte weder am besagten Gespräch noch zu keinem anderen Zeitpunkt je Einblick in das Drehbuch des Luzerner Tatorts oder in den Film.
  3. Die SBB verweist auf die klar formulierten Richtlinien des Schweizer Presserates: Journalisten sind zur Zurückhaltung aufgerufen. http://presserat.ch/13050.htm Der Blick-Artikel vom 15.9.2017 mit detaillierten Angaben zur Suizidmethode verletzt nach Ansicht der SBB diese Grundsätze klar.
  4. Die Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz «Ipsilon» hat für Medienschaffende einen Leitfaden zur Berichterstattung über Suizide erstellt. http://www.ipsilon.ch/de/medien.cfm

Weitere Ausführung zum Thema Schienensuizide macht die SBB aus Gründen der Suizidprävention nicht.

Die Präventionskampagne

Menschen in Lebenskrisen fällt es häufig schwer, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Auch deren Umfeld ist oft unsicher, ob und wie es das Thema Suizidgedanken ansprechen soll. Doch frühzeitig über Lebenskrisen und Suizidgedanken zu sprechen, kann Leben retten! Dies zeigen die drei persönlichen Testimonial-Spots eindrücklich: Momo Christen, Daniel Göring und Philipp Zürcher haben einen Suizidversuch überlebt. Sie erzählen ihre Geschichte, um anderen Menschen Mut und Hoffnung zu machen. Sie zeigen: Reden kann Leben retten.

Regisseur Luki Frieden hat in seinem privaten Umfeld nahe miterlebt, was suizidale Krisen bedeuten. Seinem persönlichen Engagement und der Offenheit der drei proträtierten Personen ist es zu verdanken, dass drei sehr berührende Spots realisiert werden konnten.

Die Kampagne soll die Enttabuisierung des Themas fördern. Sie möchte, dass über Suizidgedanken gesprochen wird und Menschen in Lebenskrisen rasch Hilfe finden. Im Zentrum steht die Website www.reden-kann-retten.ch mit Hintergrundinformationen, Gesprächstipps und Adressen für Menschen in Krisen und für Menschen in deren Umfeld.

Starke Kampagnenpartner

Die nationale Präventionskampagne «Reden kann retten» wurde im September 2016 von der SBB und Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich (im Auftrag der Gesundheitsdirektion) initiiert. Sie wird von der Dargebotenen Hand, der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP, der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV und der BLS unterstützt.

Die Dargebotene Hand (Telefon 143) nimmt als Partnerin der Kampagne seit September 2016 vermehrt Anrufe von Menschen entgegen, die durch die Botschaft «Reden kann retten» zu einem Gespräch angeregt wurden. Die Schweizer Notrufnummer Telefon 143 für ein helfendes und unterstützendes Gespräch ist erfreut über das starke Signal, das SBB und Kanton Zürich in der Öffentlichkeit gesetzt haben und nun erneut setzen. Täglich führt Telefon 143 schweizweit über 400 Gespräche, darunter auch zahlreiche, bei denen Suizidgedanken eine Rolle spielen.

Journalismus und Suizide

Medienschaffende tragen in der Berichterstattung über Suizide eine grosse Verantwortung. Es ist erwiesen, dass eine unachtsame Berichterstattung bei gefährdeten Menschen Nachahmungshandlungen auslösen kann. Gleichzeitig weiss man aber auch, dass Medienberichte zur Enttabuisierung des Themas beitragen können und damit einen Beitrag zur Verhinderung von Suiziden leisten.

Mehr darüber, was bei Beiträgen rund um Suizid beachtet werden soll, erfahren Medienschaffende auf www.reden-kann-retten.ch >Kampagne >Für Medienschaffende.

Wichtige Informationen für möglichst jeden Bericht über einen Suizid:

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143
Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147
Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch

Empfohlenes Symbolbild für Berichterstattung im Zusammenhang mit Personenunfällen:

Die Dargebotene Hand Telefon 143

 

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